Ein tierischer Aufschrei gellt durch die hoffnungslose Wüste der Hoffenden. Ein Löwenjunges ist im Spiel mit einer Eidechse unter einen rostigen alten Rangerover gekrochen. Die Eidechse konnte dabei den Schwanz abwerfen und aus einem Spalt verschwinden. Eine Überlebende des Spiels mit der jungen Löwin. Doch das Katzenjunge hat nicht achtgegeben und sich verkeilt. Zwei tapfere Löwinnen folgen den welpenhaften durchdringenden Schreien. Als sie das Kleine unter dem Wagen erblicken lodert brennender Schmerz in ihren mächtigen Brustkörben auf. Mit all ihrer Macht arbeiten die Königskatzen zusammen und befreien das Junge mühsam aus der Metalllast. In der sengenden Sonne bemerken danach alle drei ihren unlöschbaren Durst. Das erschöpfte Katzentrio wähnt eine blumige Oase in der Ferne.
Wie im Traum wandern sie über Wüstendünen auf die Hoffnung zu. Als sie ihr Ziel erreichen, platzt die Fatamorgana wie eine in der Hitze schillernde Seifenblase. Es bleibt nichts außer staubige Luft und heißer erbarmungsloser Wüstensand unter ihren samtigen Tatzen. Tatzen die jahrelang ohne Schonung durch diese Trugbild-Wüste gewandert sind. Sie sind Überlebende von hoffnungslosen Träumen. Und mitten aus dem sandigen Nichts der geplatzten Halluzination entsteht ein goldenes Tor. Es glänzt in der Sonne. „Ist es real?“, fragen sie sich. Neugierig tappst das Löwenjunge hinein. Und dieses mal werden Unschuld und Neugier belohnt. Auf der anderen Seite des goldenen Tores finden unsere Edelkatzen ein fruchtbares Land vor. In diesem Land, das sich jenseit der Wüste befindet und gleichzeitig mitten in ihr ist, sind sie für immer in Sicherheit.