Das gleiche Bewusstsein, das sich geweigert hat, die Erde anzuerkennen oder im Namen der Erde zu handeln, koordiniert die globale Reaktion auf die virale Lungenentzündung.
Wir sind nicht etwa deswegen „gesperrt“, weil wir aktuell draußen die Ozeane reinigen oder Arten vor dem Aussterben retten.
Oder Kohlenstoff binden.
Oder große Wälder neu bepflanzen.
Oder neue Wirtschaftsmodelle schaffen, die eher auf Nachhaltigkeit als auf unendlichem Wachstum basieren.
Wir sind im Lockdown „gesperrt“, weil wir Angst haben, am Leben zu sein. Am Leben zu sein bedeutet nunmal, dass wir dazu bestimmt sind physisch zu sterben. Wie mein Vater, als ich in seiner Sterbebegleitung sein durfte. Dieses allgemeine Bewusstsein, das sich widersetzt und sowohl Leben als auch Tod verleugnet, fördert das Leben nicht wirklich. Es zerstört es. Das ist schon lange klar, wenn man mit offenen Augen in die Welt schaut, und JETZT klarer denn je. Als mein Vater seine letzten Atemzüge nahm hab ich nichts wahrgenommen, dass man nicht vollständig annehmen kann- so wie es ist. Sogar mit den unhübschen Begleitumständen wie der gelben Haut und den gelben Augen aufgrund der Sepsis. Was sollte die Liebe auch dagegen haben?
Was die Menschen nach wie vor unbeirrbar nicht anzuerkennen bereit sind, ist, dass hier schon immer ein weitaus größeres Spiel gespielt wird. Nicht nur für meinen Vater oder seine – jetzt bedrohte- Generation.
Im Leben geht es NICHT um uns. Wir handeln für das umfassende Leben an sich.
Im Leben geht es NICHT um mich. Ich bin eine Dienende des Lebens.
Im Leben geht es NICHT um dich. Du bist ein Dienender des Lebens, was Dich zufällig auch selbst mit einbezieht.
Die Natur braucht den Tod, das Vergängliche, den Zyklus des Werdens. Der Mutterboden, auf dem all unsere Lebensmittel wachsen, wurde durch Jahrtausende des Sterbens und Werdens geschaffen.
Zellen, die nicht wissen, wann sie sterben sollen, nennen wir „Krebs“. Krebs = Leben ohne Sterben und Krebs zerstört das Leben.
Wenn wir unserem eigenen Tod widerstehen, widersetzen wir uns unserer Geburt. Weil alles, was geboren wird, zum Sterben bestimmt ist. Während gleichzeitig auf paradoxe weise alles ewig ist.
Was können wir jetzt tun, wo die Erde bebt? Es beginnt damit, herauszufinden, wer wir tatsächlich sind. Jenseits der Konditionierung. Wer wir sind – vor und jenseits unserer persönlichen und kollektiven Geschichte. Unter und hinter unserem Trauma. Ohne diese direkte Erfahrung leben wir in einer 3-D-Welt im Krieg mit unserer Geburt, die gleichsam unseren Tod fordert. Wir sterben dann, ohne wirklich gelebt zu haben. Wir vergehen dann, ohne je wirklich selbstlos geliebt zu haben. An einer schweren Lungenkrankheit oder auf andere Art und Weise, im Falle meines Vaters an Krebs.
Dies ist die Zeit, um die schwierigen Fragen zu stellen. Um herauszufinden, warum viele – insbesondere führende „Alpha“-Männer- ihr Leben so gestaltet haben, dass Sie es nicht fühlen. Sie können jetzt im Lockdown zuhause tief in ihr Herz eindringen und sich der Angst stellen, die sie klein hält.